Chloe
Die Chloe habe ich leider nicht selbst kennengelernt, aber mit ihr fing eigentlich alles an.
Weil meine Mama unbedingt einen eigenen Hund wollte, hat sie ihren Mann Bubus so lange bearbeitet, bis der sich bereit erklärt hat, mit nach Karlsruhe zu fahren um Babymöpse anzuschauen. Aber eigentlich war das gar nicht so schwer, denn der Bubus macht eigentlich fast immer alles, was die Mama von ihm will.
Und sie hat auch genau gewusst, dass wen er mal die Babies sieht, dass er gar nicht anders kann, als eins mit nach Hause zu nehmen.
So wars dann auch. Gleich mitnehmen konnten sie die Chloe zwar noch nicht beim ersten mal, aber als sie dann endlich nach Hause gekommen ist, war es nie mehr wie es vorher war.
Sofort war die ganze Familie vom Mopsvirus befallen und konnten sich gar nicht mehr vorstellen, wie sie so lange ohne sein konnten.
Der Loriot wusste das schon lange, schließlich hat der mal gesagt: Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos. Ich finde, er ist ein sehr kluger Mann.
Zwei Jahre lang durfte meine Familie die Chloe bei sich haben, dann wollte sie der liebe Gott wieder zurück. Da war meine Familie sehr, sehr traurig. Wie sehr, das kann man im Brief lesen, den meine Mama für die "Regenbogenbrücke" auf der Homepage von Pro-Mops geschrieben hat.
Liebe Chloe,im Herbst 2004 war es endlich soweit, ich konnte deinen Papa überzeugen, dass wir unbedingt einen eigenen Hund im Haus brauchen. Nach langem Lesen in Hundebüchern und Stöbern im Internet war ziemlich bald klar, welche Rasse am besten zu uns passt – ein Mops.
An diese Vorstellung musste ich mich erst gewöhnen, war ich doch mit Schäferhunden, Dobermännern und ähnlichem aufgewachsen. Doch bald haben wir dich gefunden und von da an wussten wir, nichts anderes soll es sein.
Im November konnten wir dich endlich nach Hause holen und du hast die Herzen aller Skeptiker im Nu erobert. Alle haben dich vom ersten Moment an geliebt. Für mich bist du mein drittes Baby gewesen und je älter du wurdest, meine beste Freundin. Wir haben uns ohne viele Worte verstanden, du warst genau der Hund, den ich mir immer vorgestellt habe. Nie hätte ich gedacht, dass man ein Tier so sehr lieben kann. Auch dein Papa konnte sich ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen. Du warst unser Sonnenschein. Kein Tag verging ohne dass unser Pupertist Lukas dich knuddelte und sagte: ich liebe die Chloe so sehr. Und damit sprach er aus, was wir alle gefühlt haben.
Doch dann du musstest operiert werden, ganz überraschend. Eine fiese Gebärmuttervereiterung hatte dich erwischt. Als ich meine Ängste vor der OP dem TA gegenüber geäußert habe, hat er mich beruhigt: alles kein Problem, ein Routineeingriff. Ich habe ihm nur zu gerne geglaubt.
Doch das Unfassbare passierte, dein Herz blieb während der OP einfach stehen. Ich weiß kaum noch wie ich die nächsten Tage überstanden habe. Wir haben nur geweint, waren verzweifelt, wütend. Noch nie habe ich deinen Papa so sehr und viel weinen sehen. Und Lukas schrie und tobte. Der meistgesagte Satz in dieser Zeit war wohl: ich will die Chloe wieder haben. Silas wollte gar nicht mehr nach Hause, er wollte das Haus ohne dich nicht sehen.
Und nun ist es schon eine Woche her, dass wir dich begraben haben. Die Tränen werden weniger, aber wir vermissen dich so sehr. Wenn wir mit dem Auto in den Hof fahren, schauen wir automatisch ans Fenster. Da bist du immer gesessen und hast auf uns gewartet, wenn wir mal ausnahmsweise ohne dich weg waren. Fast jede Nacht träume ich von dir.
Du durftest nur zwei Jahre alt werden, dabei haben wir uns auf viele schöne Jahre mit dir gefreut.. Aber uns bleibt die Erinnerung an zwei wunderschöne Jahre und ich bin sicher, dass wir uns wiedersehen.

Machs gut mein Schatz.
In Liebe
Deine Mama