Pinta

Nachdem Paul gestorben ist, war ich tagelang sehr traurig.
Nichts hat mir richtig Spaß gemacht und nichts war mehr so, wie es vorher war.
Ich habe ihn ganz furchtbar vermisst.
Auch Mama und vor allem Papa sind nur noch ganz traurig durch die Gegend gelaufen.
Einmal habe ich sogar gehört, wie die Mama am Telefon zu jemandem gesagt hat, dass sie am liebsten gar keinen Hund mehr haben möchte, weil es jedesmal so weh tut, wenn einer gehen muss.
Aber am schlimmsten hats echt unseren Papa getroffen. Paul war ja irgendwie auch sein Mops, weil er, nicht wie ich, immer nur bei Mama sein wollte, sondern auch sehr gerne bei Papa auf dem Sofa geschlafen hat.
Jedenfalls hat der Papa wochenlang nicht mehr gelacht und auch irgendwie zu nichts mehr Lust gehabt.
Das konnte die Mama irgendwann nicht mehr mitangucken und obwohl sie eigentlich gesagt hat, dass sie keinen neuen Hund mehr möchte, hat sie doch immer wieder im Internet geschaut, ob es da nicht einen Hund gibt, der ein neues Zuhause sucht.
Und eines Tages war dann dieser seltsame Mops da:
Damals hieß sie noch Andrea. Das gefiel aber niemandem und deshalb wurde
ein neuer Name gesucht. Da sie aus Spanien gekommen war, sollte der Name auch
irgendwie spanisch sein.
Und Weil sie so einen lustigen braunen Fleck auf dem Hintern und auf den Ohren
hat, wurde einstimmig der Name Pinta gewählt, das heißt der Fleck.
Anfangs hat sie mich immer angeknurrt und war sehr schüchtern. Aber inzwischen ist sie ganz schön frech. Manchmal jedenfalls. Oft hat sie aber auch noch Angst, obwohl ich gar nicht weiß warum. Aber es weiß ja keiner, was sie erlebt hat, bevor sie in Spanien von der Straße aufgesammelt wurde.
Jedenfalls hat Papa wieder angefangen zu lachen. Und ich bin sicher, dass er sich auch freut, dass wieder jemand in seinem Bett schläft, auch wenn er immer meckert, dass er keinen Platz hat.
Und auch wenn wir noch sehr of an Paul denken und ihn vermissen, sind wir doch froh
das Pinta bei uns eingezogen ist.
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